Stefan Rinck + Philipp Dogan / Hasenprophezeiung

# 30.04.2010 – 16.06.2010 #
Vernissage am 30. April 2010 von 19-23 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 12-18 Uhr

Unübersichtlich fragmentiert, wie unser Weltbild aus Kommerz, geistigem Allgemeingut und Vermächtnissen der Vergangenheit zusammengesetzt ist, spiegelt die Ausstellung Hasenprophezeiung von Stephan Rinck und Phillipp Dogan die Gegenwart, welche am Ende lose scheint.

Durchwandert man zunächst den Kosmos des an sich produktiven Künstlerbildes, so findet man nach und nach, was die Eckpfeiler aus gegensätzlichen Bereichen wie Models und Schimären verbindet. Glauben wir an eine neu erfundene Religion, an die Freiheit in der sexuell befreiten Konsumwelt, eine bestimmte Marke, oder an Walt Disney?

Es gibt Dämonen und Musen, wobei die Rollen nicht immer klar verteilt sind. Stefan Rincks dämonische Attitüde aus den Steinskulpturen taucht in Bildern auf, und das werbemotivartige aus den Bildern kehrt in einigen Steinskulpturen wider. Wie in einem Baukastensystem lassen sich Elemente immer wieder zu neuen aussagekräftigen Konstellationen zusammenstellen. Kombinationen der Skulpturen können eine Bildergeschichte aus einem mittelalterlichen Fresko ergeben, eine Streitkraft von Avataren aus einem Computerspiel. Ob eine Armee martialischer Eroberer entsteht, eine Gruppe armer Fürbitter oder ein Comicstrip in Stein gebannter Karikaturen: je nach Auswahl ist alles möglich und bereits im Werk enthalten. Stellt man die Bilder einander gegenüber, hat man ein Abbild der Abgründe und Verlockungen unserer Gesellschaft sowie ein klares Bekenntnis des Künstlers zu den Eindrücken der Trashkultur, denen man sich nicht entziehen kann. Stefan Rinck öffnet einen Assoziationsspielraum, der andeutet, dass sich der Mensch im Lauf der Jahrhunderte trotz aller Neuerungen vielleicht nicht grundlegend verändert hat und immer doch ein Gefangener seiner Triebe bleibt.

Stefan Rinck lud Philipp Dogan ein, die Ausstellung mit dem Titel Hasenprophezeiung in der Galerie Petra Vankova als komplettatives Ensemble zu bestreiten. Philipp Dogan gehört einer autonomen Generation an, welche sich bewußt dem akademischen Diskurs entzieht. Phänomelogische Wahrnehmung und narrative Plots eröffnen ein Lexikon direkter Reflexionen von über das Leben.